Informationen zu RAP-Schulungen

Basierend auf den Ergebnissen einer Risikobewertung haben Wasserversorger durch die 2015 eingeführten Änderungen der EG-Trinkwasserrichtlinie (Annex II – Richtlinie 98/83/EG) die Möglichkeit, die Probennahmeplanung individuell an die jeweiligen Gegebenheiten, Bedürfnisse und Voraussetzungen ihrer Wasserversorgung anzupassen. Die Anpassung kann in Bezug auf Häufigkeit sowie Umfang der Parameter erfolgen. Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) vom 3. Januar 2018 setzt diese Option zur Flexibilisierung der Probennahmeplanung in nationales Recht um. Bestehende Genehmigungen zur Verringerung der routinemäßigen Untersuchungen haben noch bis Ende 2018 Bestand. Danach können Reduzierungen nur noch auf Grundlage einer RAP beim Gesundheitsamt beantragt werden.

 

Viele der Anforderungen der RAP sind bereits seit langem im Technischen Regelwerk sowie der TrinkwV enthalten. Der risikobasierte Ansatz ist daher nicht als Gegensatz zum bisher in Deutschland angewandten und bewährten Multibarrierenkonzept zu verstehen: er hat die Intention, die Mittel für die Probennahme effektiver zu nutzen.

 

Das Ziel des risikobasierten Ansatzes ist es, den Fokus von der Fehlersuche bei der Endproduktkontrolle hin zu Gefährdungen, die durch systemische Analyse identifiziert wurden, Gefährdungsereignissen, sowie daraus resultierenden Risiken zu lenken.

 

In Pilotprojekten zeigte sich trotz des bereits hohen Niveaus der Trinkwasserversorgung in Deutschland ein zusätzlicher Nutzen durch eine Risikobewertung und ein Risikomanagement, vor allem, da die systematische Bewertung vorhandener Risiken zu einem besseren Systemverständnis und damit zu einer höheren Betriebssicherheit führt. Zusätzlich zeigte sich eine Verbesserung der internen sowie der externen Kommunikation mit den zuständigen Gesundheitsämtern.

 

Die RAP ist für viele Wasserversorger und Gesundheitsämter neu, daher hat das Umweltbundesamt (UBA) hat in Abstimmung mit den Ländern, Hygieneinspektoren, der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen, Verbänden und weiteren Fachleuten ein Schulungskonzept zu Risikobewertung und Risikomanagement in der Trinkwasserversorgung entwickelt, um die Umsetzung für große und kleine Wasserversorger zu erleichtern. Durch den modularen Aufbau kann die Schulung den jeweiligen Bedürfnissen der Zielgruppen angepasst werden. Die Schulungsmaterialien, bestehend aus einer Power Point Präsentation, einem Arbeitsbuch für Teilnehmende sowie einem Anleitungsbuch für Trainer und Trainerinnen, können voraussichtlich ab Januar 2019 kostenlos beim UBA (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!> ; Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!> ) angefordert werden.